Sonstiges



Ein später Nachruf:

Am 3. November 2012 jährt sich der Todestag der Hörspiellegende Hans Gerhard Franciskowsky alias H.G. Francis. Aber nicht nur Hörspielskripte wie jene, die er in den achtziger Jahren so erfolgreich für das Hörspiellabel EUROPA verfasste, zählten zu seinen zahllosen Veröffentlichungen, sondern auch Romanhefte („Perry Rhodan“), Jugendbücher („Commander Perkins“) und Romane („Störtebeker“, „Wendy“).

Er versüßte unsere Kindheit mit den wunderbaren Folgen der „Neon-Gruselserie“, den Abenteuern von „Jules Verne“, „TKKG“ oder den „Drei Fragezeichen“. Diese Geschichten liefen in Millionen Kinderzimmern unserer Republik auf und ab. Und auf die Frage der Eltern, ob wir nicht irgendwann genug von den Kassetten hätten, gab es nur eine Antwort: Nein!

Ich hatte das große Glück Hans vor vielen Jahren auf der Frankfurter Buchmesse kennenzulernen und später das Privileg, ihn zuhause in einem Vorort von Hamburg besuchen zu dürfen. Dort stachen dem Besucher die vielen goldenen und silbernen Schallplatten & Kassetten ins Auge, die die Zimmerwände seines Hauses dekorierten. Jeder Künstler wäre stolz gewesen, auch nur eine dieser Auszeichnung für erfolgreiche Verkäufe sein Eigen nennen zu dürfen.

Hans hatte die seltene Gabe, die Essenz einer Geschichte zu erfassen und diese in Dialogbuchform präzise auf den Punkt zu bringen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ohne unseren H.G. Francis die deutsche Hörspielwelt eine völlig andere und deutlich ärmere gewesen wäre. Und es gibt wohl kaum einen Hörspielautor, der nicht durch seine Werke geprägt wurde.

Hans hat stets seine Meinung geäußert und diese auch vertreten; ein Charakterzug, den ich bei Menschen sehr schätze. Seine Kritik konnte beizeiten hart ausfallen, trotzdem spürte man, dass er damit nur das Beste für seine jungen „Nachwuchskollegen“ wollte. Auch wenn es am Ende nicht zu einer Zusammenarbeit kam, so waren seine Kritiken, Ratschläge und Ideen von großem Wert für meine Kollegen und mich.

Lieber Hans… danke für all das Schöne, dass Du in unsere Welt gebracht hast. Deine Werke leben weiter, aber Du … Du fehlst!

Ruhe in Frieden,

D.J. Lohmann